Der Luftschutzkeller des spanischen Bürgerkriegs

Der Luftschutzkeller des spanischen Bürgerkriegs

Er besteht aus unterirdischen Stollen in 9 Metern Tiefe, die von dem Architekten Guillermo Langle Rubio geschaffen wurden, um die Menschen vor den Bombardierungen des Spanischen Bürgerkriegs zu schützen. Von den 4,5 km, die von dem Architekten entworfen wurden, hat man fast 1 km wiederhergestellt, der genau mit der Hauptverkehrsstraße Paseo de Almeria zusammenfällt.

Attraktiv ist, dass er über wiederhergestellte Räumlichkeiten verfügt: Vorratskammer, der Schutzkeller Guillermo Langles und der Operationssaal, mit allen Instrumenten dieser Zeit. Mit der Planung des Luftschutzkellers wurde 1936 begonnen, aber erst 1937 begann der Bau und 1938 wurde er fertiggestellt.

Der Luftschutzkeller wurde von der Stadt Almería saniert und ist heute der größte der Öffentlichkeit zugängliche Luftschutzkeller Europas.
Normaler Eintrittspreis: 3 €
Ermäßigter Eintrittspreis: 2 € für Jugendliche unter 18 Jahren, über 64-Jährige und Gruppen ab 15 Personen
Freier Eintritt: Kinder unter 6 Jahren und Menores de 6 años y protocolo.
Die Besichtigungen finden mit Führung statt und man muss vorher persönlich an der Kartenverkaufskasse des Luftschutzkellers einen Termin vereinbaren (Plaza Manuel Perez Garcia, neben der Puerta Purchena), oder telefonisch unter 950 268 696.
Gruppen (ab 15 Personen) reservieren per E-Mail: refugios@aytoalmeria.es

BEHINDERTENGERECHTER ZUGANG
Die Geschichte des Luftschutzkellers
Almeria: 52 Bombenangriffe, 754 Bomben
Der Spanische Bürgerkrieg (1936-1939) hat die Geschichte des ganzen Landes stark geprägt und obwohl Almeria den Krieg nicht unmittelbar erlebte (es war die letzte Stadt unter der Regierung der II. Republik), litt die Stadt unter den Auswirkungen der Angriffe aus der Luft und vom Meer: 52 Bombenangriffe, die militärischen, strategischen und sogar zivilen Zielen galten.
Der schlimmste Bombenangriff von allen fand am 31. Mai 1937 und wurde von der deutschen Kriegsflotte abgefeuert, mit einer Bilanz von 40 Toten, 150 Verletzten und ungefähr 200 zerstörten Gebäuden.

Vor diesem Kriegshintergrund beschlossen die Bewohner Almerias den Bau von unterirdischen Schutzräumen und auch daran aktiv mitzuarbeiten, um sich bei Alarm vor den Bomben schützen zu können.
Almeria wurde zu einem echten “Guernica”, aber leider ohne spätere politische oder historische Rehabilitation.

Ein Raum für das Leben
Von Oktober 1936 bis ins Frühjahr 1938 leiten der Architekten der Stadt Guillermo Langle, der Tiefbauingenieur Jose Fornieles und der Bergbauingenieur Carlos Fernandez den Bau der 4,5 Kilometer langen und 9 Meter tiefen unterirdischen Stollen mit 67 Zugängen, in denen 34.144 Menschen Platz fanden (zu dieser Zeit zählte die Bevölkerung etwa 50.000 Einwohner). Der Rest der Bewohner von Almeria nahm Zuflucht in den natürlichen Schutzräumen der Eisenerzlager des andalusischen Bergbauunternehmens “Compañía Andaluza de Minas” und in den Höhlen von La Chanca.

Langle dachte an alles. An die Luftzufuhr durch Uralitrohrleitungen mit einem Durchmesser von 100 mm, die sich neben den Öffnungen befanden und Handgranaten stand hielten, an Ein- und Ausgänge um Gedränge zu vermeiden, und gleichzeitig im Falle einer Granatenexplosion als Schutzschild fungierten, an zwei Kupferdrähte um die Glühbirnen der Beleuchtung der Schutzräume zu speisen, an einen Vorratsraum, um bei Bedarf Lebensmittel zu lagern und sogar an einen Operationssaal, um die Verwundeten zu versorgen.

Sobald der Krieg beendet war, wurden die Zugangsöffnungen mit etlichen Kiosken, die von Guillermo Langle entworfen wurden unsichtbar gemacht, und die zu einem festen Bestandteil der Stadt geworden sind. Auch heute noch kann man einige von ihnen an der Plaza Urrutia, der Plaza Conde Ofalia und der Plaza Virgen del Mar sehen, obwohl letzterer etwas umgestaltet wurde.
Die Luftschutzkeller wurden nicht wieder benutzt, waren aber weiterhin vorhanden und durchkreuzten wie ein Rückgrat die Stadt Almeria.

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